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Der Markt für kollaborative Roboter (Cobots) wächst rasant. Dutzende Hersteller weltweit bieten inzwischen Cobots an – von etablierten Industrieroboter-Konzernen bis hin zu spezialisierten Start-ups. Doch welche Cobot-Hersteller sind wirklich relevant? Und worin unterscheiden sie sich?
Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Cobot-Hersteller, ihre Produktlinien, Stärken und typischen Einsatzbereiche. So finden Sie den passenden Anbieter für Ihre Anforderungen.
Der globale Cobot-Markt erreichte 2025 ein Volumen von rund 3 Milliarden US-Dollar und wächst jährlich um über 20 Prozent. Mehrere Hersteller prägen diesen Markt. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Anbieter mit ihren Kernprodukten auf einen Blick.
| Hersteller | Herkunft | Produktlinie | Traglast | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Universal Robots | Dänemark | UR-Serie (UR3e bis UR30) | 3–35 kg | Marktführer, größtes Ökosystem |
| FANUC | Japan | CRX-Serie | 5–30 kg | 8 Jahre wartungsfrei |
| ABB | Schweiz | GoFa, SWIFTI, YuMi | 0,5–12 kg | Ultra-Präzision, Doppelarm |
| KUKA | Deutschland | LBR iisy | 3–15 kg | Drehmomentsensoren an allen Achsen |
| Doosan Robotics | Südkorea | A-, M-, H-Serie | 5–25 kg | Besonders leicht für ihre Klasse |
| Techman Robot | Taiwan | TM-Serie | 4–30 kg | Integrierte Kamera serienmäßig |
| Yaskawa | Japan | MOTOMAN HC-Serie | 10–30 kg | Lebensmitteltauglich, abwaschbar |
| Stäubli | Schweiz | TX2-Touch | bis 15 kg | Reinraumtauglich, Safeskin |
Universal Robots (UR) aus Dänemark ist der mit Abstand bekannteste Cobot-Hersteller. Das Unternehmen gehört seit 2015 zum US-Konzern Teradyne und hält einen weltweiten Marktanteil von rund 40 Prozent. Mit über 75.000 installierten Cobots hat UR maßgeblich dazu beigetragen, kollaborative Roboter in der Industrie zu etablieren.
Universal Robots bietet eine breite Palette an Cobots für unterschiedliche Anforderungen:
Die größte Stärke von Universal Robots liegt in seinem Ökosystem. Über die Plattform UR+ stehen mehr als 500 zertifizierte Zubehörprodukte zur Verfügung – von Greifern über Kamerasysteme bis hin zu Schweißbrennern. Kein anderer Hersteller bietet ein vergleichbar großes Netzwerk an Integratoren und Peripherieherstellern.
Die Programmierung erfolgt über die Software PolyScope, die auch für Einsteiger leicht zu erlernen ist. Mit der neuen Version PolyScope X integriert UR zudem KI-Funktionen direkt in die Steuerung. Universal Robots eignet sich besonders für Unternehmen, die einen schnellen Einstieg in die Automatisierung suchen und Wert auf eine große Auswahl an kompatiblem Zubehör legen.
FANUC aus Japan ist einer der größten Roboterhersteller der Welt. Das Unternehmen produziert seit Jahrzehnten Industrieroboter und bringt diese Erfahrung in seine Cobot-Sparte ein. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent am Cobot-Markt ist FANUC der zweitstärkste Anbieter weltweit.
Die aktuelle Cobot-Reihe von FANUC heißt CRX. Sie umfasst Modelle mit Traglasten von 5 bis 30 kg:
Zusätzlich bietet FANUC spezialisierte Varianten an, etwa den CRX-10iA/L Paint für Lackieranwendungen und lebensmitteltaugliche Versionen für die Nahrungsmittelindustrie.
FANUC wirbt mit einer herausragenden Langlebigkeit: Die CRX-Cobots sind laut Hersteller acht Jahre lang wartungsfrei. Das ist ein wichtiger Vorteil, denn Wartungskosten können über die Lebensdauer eines Roboters erheblich ins Gewicht fallen. Die Programmierung erfolgt per Drag-and-Drop auf einem Tablet – einfach und ohne Vorkenntnisse möglich.
Wer bereits FANUC-Industrieroboter im Einsatz hat, profitiert von einer einheitlichen Steuerungsplattform. Das erleichtert die Integration und senkt die Schulungskosten. FANUC-Cobots sind besonders in der Automobilindustrie, bei der Maschinenbeschickung und in der Lebensmittelverarbeitung verbreitet.
Der Schweizer Technologiekonzern ABB bietet gleich drei verschiedene Cobot-Familien an. Jede davon ist auf einen bestimmten Einsatzbereich zugeschnitten.
GoFa ist die vielseitigste Produktlinie. Es gibt Varianten mit 5, 10 und 12 kg Traglast. Die GoFa-Cobots bieten eine optionale Ultra-Accuracy-Funktion mit einer Bahngenauigkeit von 0,03 mm. Das ist außergewöhnlich präzise und macht sie zur ersten Wahl bei Aufgaben, die höchste Genauigkeit erfordern – zum Beispiel in der Elektronikfertigung oder Medizintechnik.
SWIFTI basiert auf dem bewährten Industrieroboter IRB 1100. Dieser Cobot erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 5 m/s und gehört damit zu den schnellsten Cobots überhaupt. Mit 4 kg Traglast eignet er sich besonders für schnelle Pick-and-Place-Aufgaben.
YuMi war der weltweit erste kollaborative Doppelarm-Roboter. Mit zwei Armen und jeweils 0,5 kg Traglast ist er auf die Kleinteilmontage spezialisiert. YuMi arbeitet so feinfühlig, dass er beispielsweise in der Uhrenindustrie oder bei der Montage elektronischer Baugruppen eingesetzt wird.
ABB-Cobots sind die richtige Wahl für Unternehmen, die besonders hohe Anforderungen an Präzision und Geschwindigkeit stellen. Die starke globale Servicepräsenz von ABB ist ein weiterer Pluspunkt.
KUKA aus Augsburg gehört zu den traditionsreichsten Roboterherstellern weltweit. Seit 2016 ist das Unternehmen Teil der chinesischen Midea Group. Im Cobot-Bereich setzt KUKA auf die LBR-iisy-Serie, die den älteren LBR iiwa ablöst.
Die aktuelle Cobot-Reihe von KUKA umfasst vier Modelle:
Neu hinzugekommen ist die LBR-iico-Serie, die speziell für Schweißanwendungen entwickelt wurde.
Ein technisches Highlight der LBR-iisy-Cobots sind die Drehmomentsensoren an allen sechs Achsen. Damit erkennt der Roboter selbst kleinste Kräfte und reagiert sofort auf Berührungen. Das sorgt für ein hohes Sicherheitsniveau bei der direkten Zusammenarbeit mit Menschen.
Die Cobots laufen auf dem Betriebssystem iiQKA.OS, das KUKA speziell für eine intuitive Bedienung entwickelt hat. Die Schutzklasse IP54 macht die Roboter staubgeschützt und spritzwasserfest. Außerdem lassen sie sich an der Decke oder Wand montieren, was in beengten Produktionsumgebungen ein großer Vorteil ist.
KUKA-Cobots sind besonders in der Automobilindustrie, im Maschinenbau und in der Medizintechnik verbreitet. Wer auf deutsche Ingenieursqualität und ein breites Service-Netzwerk in Europa Wert legt, findet in KUKA einen starken Partner.
Doosan Robotics aus Südkorea hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmender Cobot-Hersteller etabliert. 2023 ging das Unternehmen an die Börse und sammelte über 300 Millionen US-Dollar ein. Seitdem expandiert Doosan aggressiv in neue Märkte.
Doosan Robotics strukturiert sein Angebot in drei Serien:
Das niedrige Eigengewicht der Doosan-Cobots ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Es erleichtert die Installation und ermöglicht den Einsatz auf mobilen Plattformen. Doosan-Cobots finden sich vor allem in der Logistik, der Automobilindustrie und der Lebensmittelbranche.
Techman Robot aus Taiwan hat ein klares Alleinstellungsmerkmal: Alle TM-Cobots verfügen serienmäßig über eine integrierte Kamera. Das ist einzigartig auf dem Markt. Während andere Hersteller Vision-Systeme als kostenpflichtiges Zubehör anbieten, gehört die Kamera bei Techman zum Standard.
Das hauseigene Kamerasystem TMvision bietet Mustererkennung, Barcode-Lesen und Farberkennung. Damit kann der Cobot Werkstücke erkennen, sortieren und positionsgenau greifen – ohne externes Kamerasystem. Die neuesten Modelle nutzen zudem KI-gestützte Objekterkennung.
Die TM-Serie deckt Traglasten von 4 bis 30 kg ab. Besonders hervorzuheben sind:
Techman vertreibt seine Cobots weltweit auch über eine strategische Partnerschaft mit OMRON. Unter dem Label OMRON TM sind die gleichen Roboter mit OMRONs globalem Service-Netzwerk erhältlich. Wer kameragestützte Anwendungen plant – etwa Qualitätsprüfung, Sortierung oder visuell geführtes Pick-and-Place – sollte Techman Robot auf dem Schirm haben.
Der japanische Hersteller Yaskawa ist seit Jahrzehnten ein Schwergewicht in der Robotik. Die Cobot-Sparte bedient Yaskawa mit der MOTOMAN HC-Serie, die sich durch Robustheit und Hygienetauglichkeit auszeichnet.
Eine Besonderheit der HC-Cobots ist ihre staub- und spritzwassergeschützte Bauweise. Einige Modelle sind sogar abwaschbar und mit lebensmitteltauglichen Oberflächen ausgestattet. Das macht sie zur ersten Wahl in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, wo strenge Hygienevorschriften gelten.
Yaskawa-Cobots bewegen sich preislich im Bereich von 25.000 bis über 50.000 US-Dollar – vergleichbar mit anderen Premium-Herstellern. Drehmomentsensoren in allen Gelenken sorgen für eine sichere Mensch-Roboter-Kollaboration.
Neben den großen Anbietern gibt es eine Reihe weiterer Hersteller, die in bestimmten Nischen oder Regionen eine wichtige Rolle spielen.
Der Schweizer Hersteller Stäubli bietet mit der TX2-Touch-Serie Cobots mit berührungsempfindlicher Safeskin-Oberfläche an. Traglasten bis 15 kg und die Eignung für Reinraumanwendungen machen sie zur bevorzugten Wahl in der Pharma- und Halbleiterindustrie.
Das deutsche Start-up Neura Robotics sorgt mit seinem Cobot MAiRA für Aufsehen. MAiRA kombiniert kollaborative Robotik mit kognitiven Fähigkeiten – der Roboter kann seine Umgebung wahrnehmen und eigenständig auf Veränderungen reagieren. Neura gilt als einer der innovativsten europäischen Cobot-Hersteller.
Kassow Robots aus Dänemark, seit 2022 Teil von Bosch Rexroth, baut Cobots mit sieben Achsen statt der üblichen sechs. Die zusätzliche Achse verleiht den Robotern eine menschenähnliche Beweglichkeit. Das ist besonders in beengten Produktionsumgebungen ein Vorteil, wo der Cobot um Hindernisse herum greifen muss.
Franka Robotics aus München war lange ein Aushängeschild der deutschen Cobot-Szene. Der Franka Research 3 mit sieben Freiheitsgraden, Drehmomentsensoren an allen Gelenken und einer Echtzeit-Steuerung bei 1 kHz ist besonders in der akademischen Forschung und bei KI-Anwendungen beliebt. Nach einer Insolvenz wurde das Unternehmen 2023 von Agile Robots übernommen.
Blue Danube Robotics aus Österreich verfolgt einen anderen Ansatz: Statt eigene Cobots zu bauen, stellt das Unternehmen mit der Airskin eine druckempfindliche Schutzhaut her. Diese kann auf herkömmliche Industrieroboter aufgebracht werden und verwandelt sie in sichere Cobots. Das ist eine interessante Lösung für Unternehmen, die ihre bestehenden Roboter nachrüsten möchten.
Eine wichtige Marktentwicklung sind die chinesischen Cobot-Hersteller. Unternehmen wie AUBO, JAKA Robotics, Han’s Robot (jetzt Huayan Robotics), Elite Robot und Dobot decken inzwischen über 90 Prozent des chinesischen Heimatmarktes ab. Zunehmend drängen sie auch auf europäische und nordamerikanische Märkte – oft mit deutlich niedrigeren Preisen. Han’s Robot beispielsweise steigerte seinen Umsatz zuletzt um 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Cobot-Markt verändert sich schnell. Einige Trends sind für die Wahl des richtigen Herstellers besonders relevant:
Noch vor wenigen Jahren waren Cobots auf 10 bis 16 kg Traglast beschränkt. Inzwischen bieten die meisten Hersteller Modelle mit 25 bis 35 kg an. Damit übernehmen Cobots zunehmend Aufgaben, die bisher klassischen Industrierobotern vorbehalten waren – etwa Palettierung oder die Handhabung schwerer Bauteile.
Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Cobot-Steuerung. Universal Robots integriert KI über PolyScope X, Techman Robot setzt auf KI-gestützte Bilderkennung und NVIDIA-Digital-Twins. In Zukunft werden Cobots selbstständig aus Erfahrungen lernen und sich an neue Aufgaben anpassen können.
Die Kombination aus Cobot und autonomem mobilen Roboter (AMR) – sogenannte mobile Manipulation – wächst stark. Dabei wird ein Cobot auf eine fahrende Plattform montiert, sodass er sich frei in der Fabrik bewegen kann. Besonders OMRON/Techman und Doosan treiben diesen Trend voran.
Chinesische Hersteller sorgen für sinkende Preise. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Cobots fallen um mehr als 10 Prozent pro Jahr. Für Käufer ist das grundsätzlich positiv, allerdings sollte bei günstigen Anbietern genau auf Service, Ersatzteilverfügbarkeit und Zertifizierungen geachtet werden.
Die Wahl des richtigen Cobot-Herstellers hängt von mehreren Faktoren ab. Die folgenden Kriterien helfen bei der Entscheidung:
Das wichtigste technische Kriterium ist die Frage: Was soll der Cobot handhaben? Für leichte Montagearbeiten reichen 3 bis 5 kg. Für Palettierung oder Maschinenbeschickung werden 20 bis 30 kg benötigt. Die Reichweite bestimmt, wie groß der Arbeitsbereich des Cobots ist.
Wie einfach lässt sich der Cobot programmieren? Universal Robots und FANUC bieten besonders intuitive Oberflächen. Techman Robot setzt auf visuelle Programmierung mit TMflow. Wer keine Robotik-Experten im Haus hat, sollte die Einfachheit der Programmierung hoch gewichten.
Ein großes Ökosystem an kompatiblen Greifern, Sensoren und Software-Lösungen beschleunigt die Inbetriebnahme und erweitert die Einsatzmöglichkeiten. Universal Robots führt hier mit über 500 zertifizierten Produkten deutlich. Aber auch FANUC und ABB bieten solide Ökosysteme.
Gibt es in der eigenen Region geschulte Integratoren und Servicepartner? Ein Cobot ist nur so gut wie seine Integration in den Produktionsprozess. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene Robotik-Abteilung ist ein starkes Integratoren-Netzwerk entscheidend.
Der Kaufpreis eines Cobots liegt je nach Modell zwischen 15.000 und 65.000 Euro. Doch der Anschaffungspreis ist nur ein Teil der Kosten. Wartung, Schulung, Integration und Peripherie kommen hinzu. Die typische Amortisationszeit liegt bei 8 bis 14 Monaten. FANUC punktet hier mit acht Jahren Wartungsfreiheit, was die Gesamtkosten deutlich senken kann.
Manche Branchen stellen besondere Anforderungen: Die Lebensmittelindustrie braucht lebensmitteltaugliche Oberflächen (Yaskawa, FANUC). Die Pharmaindustrie verlangt Reinraumtauglichkeit (Stäubli, ABB). Die Forschung setzt auf offene Schnittstellen und ROS-Kompatibilität (Franka Robotics). Wer in einer solchen Branche arbeitet, sollte dies bei der Herstellerwahl berücksichtigen.
Der Markt für Cobot-Hersteller ist vielfältig und entwickelt sich rasant weiter. Universal Robots bleibt der Marktführer mit dem größten Ökosystem. FANUC überzeugt durch industrielle Zuverlässigkeit. ABB setzt Maßstäbe bei Präzision und Geschwindigkeit. KUKA bietet deutsche Ingenieursqualität mit innovativer Software. Doosan Robotics und Techman Robot fordern die etablierten Anbieter mit cleveren Konzepten heraus.
Den einen besten Cobot-Hersteller gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt von der konkreten Anwendung, dem Budget, den Branchenanforderungen und dem verfügbaren Service-Netzwerk ab. Wer diese Faktoren sorgfältig abwägt, findet den passenden Partner für eine erfolgreiche Automatisierung.