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Einen Cobot mieten statt kaufen – für immer mehr Unternehmen ist das der Einstieg in die Automatisierung. Die Idee ist einfach: Statt einen kollaborativen Roboter für 20.000 bis 50.000 Euro zu kaufen, zahlen Betriebe eine monatliche Miete. So lässt sich Automation testen, ohne ein großes finanzielles Risiko einzugehen.
Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen oft vor der Frage: Lohnt sich die Investition in einen Cobot? Das Mietmodell nimmt diese Unsicherheit. Es macht Robotik zugänglich – auch für Betriebe, die noch keine Erfahrung mit Automatisierung haben.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Mietmodelle es gibt, was die Miete kostet, für wen sie sich lohnt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Der Kauf eines Cobots ist eine strategische Entscheidung. Neben dem Roboter selbst fallen Kosten für Greifer, Integration, Programmierung und Schulung an. Schnell liegt die Gesamtinvestition bei 40.000 bis 80.000 Euro. Für viele Betriebe ist das eine Hürde – besonders, wenn noch unklar ist, ob der Cobot den gewünschten Nutzen bringt.
Das Mieten löst dieses Problem auf mehreren Ebenen:
Der Markt für Cobot-Miete hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Es gibt verschiedene Modelle, die sich in Laufzeit, Leistungsumfang und Kosten unterscheiden.
Die Kurzzeitmiete eignet sich für zeitlich begrenzte Projekte. Typische Szenarien sind saisonale Auftragsspitzen, Messedemonstrationen oder Pilotprojekte. Der Roboter wird für einen festgelegten Zeitraum geliefert und danach zurückgegeben. Die monatlichen Kosten sind hier am höchsten, weil der Anbieter die kurze Laufzeit einkalkuliert.
Bei längeren Laufzeiten sinkt die monatliche Rate deutlich. Die Langzeitmiete ähnelt einem Leasing-Modell und eignet sich für Unternehmen, die einen Cobot dauerhaft einsetzen möchten, aber die Investition scheuen. Oft ist eine Kaufoption am Ende der Laufzeit enthalten.
Das RaaS-Modell geht einen Schritt weiter. Hier mieten Unternehmen nicht nur den Roboter, sondern ein komplettes Automatisierungspaket. Der Anbieter übernimmt Installation, Programmierung, Wartung und Support. Der Kunde zahlt eine monatliche Pauschale oder einen Preis pro bearbeitetes Teil. Dieses Modell ist besonders interessant für Betriebe ohne eigenes Robotik-Know-how.
Einige Anbieter bieten inzwischen nutzungsbasierte Modelle an. Die Abrechnung erfolgt nach Betriebsstunden oder produzierten Einheiten. Das minimiert das Risiko weiter: Steht der Roboter still, fallen kaum Kosten an. Dieses Modell ist noch nicht weit verbreitet, gewinnt aber an Bedeutung.
Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: dem Cobot-Modell, der Traglast, dem Anwendungsfall und dem gewählten Mietmodell. Hier ein grober Überblick:
| Mietmodell | Monatliche Kosten (ca.) | Leistungsumfang |
|---|---|---|
| Kurzzeitmiete | 2.500 – 4.000 € | Roboter + Grundausstattung |
| Langzeitmiete | 1.500 – 2.500 € | Roboter + Grundausstattung, oft mit Kaufoption |
| Robot-as-a-Service | 2.000 – 5.000 € | Komplettpaket inkl. Integration, Wartung, Support |
| Pay-per-Use | variabel | Abrechnung nach Nutzung |
Wichtig: Diese Zahlen sind Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Hersteller, Anbieter und Konfiguration. Zusätzliche Kosten können für spezielle Greifer, Sicherheitstechnik oder Programmierung anfallen.
Nicht jedes Unternehmen profitiert gleichermaßen von einem Mietmodell. Es gibt aber typische Situationen, in denen das Mieten besonders sinnvoll ist:
KMU haben oft kein großes Budget für Automatisierung. Ein gemieteter Cobot ermöglicht ihnen den Einstieg in die Robotik, ohne das Investitionsbudget zu belasten. Gerade in der Produktion können so einzelne Arbeitsschritte wie Palettierung, Maschinenbestückung oder Verpackung automatisiert werden.
Wer nur zu bestimmten Zeiten einen erhöhten Produktionsbedarf hat, braucht nicht das ganze Jahr einen Roboter. Die Kurzzeitmiete ist hier ideal. Der Cobot wird für die Hochphase gemietet und danach zurückgegeben.
Wer noch unsicher ist, ob ein Cobot die richtige Lösung für einen bestimmten Prozess ist, kann mit einer Miete den Praxistest machen. Das ist deutlich aussagekräftiger als jede theoretische Machbarkeitsstudie.
Fehlen qualifizierte Mitarbeiter für monotone oder körperlich belastende Aufgaben, kann ein Miet-Cobot die Lücke schnell und unkompliziert schließen. Das entlastet vorhandene Mitarbeiter und hält die Produktion am Laufen.
Grundsätzlich kann ein gemieteter Cobot dieselben Aufgaben übernehmen wie ein gekaufter. In der Praxis gibt es aber Anwendungen, die besonders häufig als Mietlösung umgesetzt werden:
Der typische Ablauf einer Cobot-Miete umfasst mehrere Schritte:
Gemeinsam mit dem Mietanbieter wird analysiert, welche Aufgabe der Cobot übernehmen soll. Dabei werden Fragen geklärt wie: Welche Traglast wird benötigt? Wie groß ist der Arbeitsbereich? Welche Taktzeit muss erreicht werden?
Der Anbieter konfiguriert den Cobot für den konkreten Einsatzfall. Dazu gehören die Auswahl des passenden Greifers, die Programmierung der Bewegungsabläufe und gegebenenfalls die Integration von Sensorik oder Kamerasystemen.
Der Cobot wird geliefert und vor Ort installiert. Die meisten Anbieter übernehmen die Inbetriebnahme und schulen die Mitarbeiter im Umgang mit dem Roboter. Da Cobots für die direkte Zusammenarbeit mit Menschen konzipiert sind, ist die Sicherheit ein zentraler Aspekt bei der Einrichtung.
Während der Mietdauer steht der Anbieter für technischen Support zur Verfügung. Bei RaaS-Modellen ist oft auch die Wartung und Anpassung der Programmierung enthalten.
Am Ende der Mietlaufzeit wird der Cobot entweder zurückgegeben, der Vertrag verlängert oder der Roboter zum Restwert gekauft. Viele Unternehmen nutzen die Miete als Einstieg und entscheiden sich nach der Testphase für den Kauf.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kein hohes Anfangsinvestment nötig | Langfristig teurer als der Kauf |
| Flexibilität bei Laufzeit und Modellwahl | Eingeschränkte Individualisierung möglich |
| Schneller Einstieg in die Automatisierung | Abhängigkeit vom Anbieter bei Service und Support |
| Möglichkeit zum risikoarmen Testen | Nicht alle Anwendungen werden als Mietlösung angeboten |
| Betriebsausgabe statt Investition (steuerlich vorteilhaft) | Vertragliche Bindung an Mindestlaufzeiten |
| Wartung und Support oft inklusive | Cobot gehört nicht dem Unternehmen |
Der Markt für Cobot-Vermietung wächst. Neben spezialisierten Robotik-Dienstleistern bieten auch einige Cobot-Hersteller eigene Mietmodelle an. Bei der Auswahl des Anbieters sollten Sie auf folgende Punkte achten:
Die drei Modelle werden oft verwechselt. Hier die wichtigsten Unterschiede:
| Kriterium | Miete | Leasing | Kauf |
|---|---|---|---|
| Eigentum | Beim Anbieter | Beim Leasinggeber | Beim Käufer |
| Laufzeit | Flexibel (1–36 Monate) | Fest (24–60 Monate) | Unbegrenzt |
| Monatliche Kosten | Höher | Mittel | Keine (nach Kauf) |
| Wartung | Oft inklusive | Meist selbst | Selbst |
| Flexibilität | Hoch | Gering | Hoch |
| Gesamtkosten (5 Jahre) | Am höchsten | Mittel | Am niedrigsten |
| Risiko | Gering | Mittel | Hoch |
Als Faustregel gilt: Je unsicherer der Einsatz und je kürzer der Bedarf, desto eher lohnt sich die Miete. Wer sicher weiß, dass der Cobot dauerhaft im Einsatz bleibt, fährt mit dem Kauf langfristig günstiger.
Die monatlichen Kosten liegen je nach Modell und Mietdauer zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Kurzzeitmieten sind teurer pro Monat als Langzeitverträge. Bei RaaS-Modellen mit vollem Service können die Kosten höher ausfallen.
Ja, viele Anbieter bieten eine Kaufoption am Ende der Mietlaufzeit an. Der Kaufpreis wird dann oft um einen Teil der bereits gezahlten Miete reduziert.
Nein. Die meisten Anbieter liefern den Cobot fertig konfiguriert und schulen Ihre Mitarbeiter ein. Gerade RaaS-Modelle richten sich explizit an Unternehmen ohne Robotik-Erfahrung.
Bei Standardanwendungen wie Palettierung oder Maschinenbestückung kann ein Cobot innerhalb von ein bis zwei Wochen einsatzbereit sein. Komplexere Anwendungen mit individueller Programmierung können vier bis acht Wochen dauern.
Das hängt vom Mietmodell ab. Bei der reinen Miete ist der Kunde oft selbst für die Wartung verantwortlich. Bei RaaS-Modellen übernimmt der Anbieter die komplette Wartung und Instandhaltung.
Die meisten Mietverträge enthalten eine Versicherung gegen Beschädigung oder Ausfall. Prüfen Sie aber die Vertragsbedingungen genau – manche Anbieter verlangen eine separate Versicherung durch den Mieter.
Grundsätzlich sind Cobots aller großen Hersteller als Mietlösung verfügbar – darunter Universal Robots, FANUC, ABB und Doosan. Die Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen Mietanbieter ab.